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Aktuelles

19.08.2019

IPDET in der zweiten Runde – der überarbeitete Grundkurs Evaluation kommt gut an

Vom 15. Juli bis zum 02. August 2019 führte das Centrum für Evaluation gemeinsam mit dem Zentrum für Weiterbildung der Universität Bern und der Independent Evaluation Group der Weltbank zum zweiten Mal das weltweit bekannteste Weiterbildungsprogramm für Evaluation IPDET („International Program on Development Evaluation Training“) durch. In der Schweizer Hauptstadt Bern trafen sich wiederum ungefähr 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 80 Ländern um sich an dem einwöchigen Grundkurs oder einem der zwanzig Workshops zu beteiligen.

Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich insbesondere beim Grundkurs einige inhaltliche Neuerungen, die vom CEval konzipiert und umgesetzt wurden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zum ersten Mal von einem neuen Trainerteam betreut, dem neben Reinhard Stockmann, Wolfgang Meyer (CEval) und Stefanie Krapp (Uni Bern) auch zwei erfahrene Dozentinnen der CLEAR-Zentren in Afrika und Lateinamerika Candice Morkel und Gabriela Perez angehörten. Die Lehrinhalte wurden modernisiert und didaktisch neu aufbereitet, was im Feedback von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hervorragend bewertet wurde. Der seit vielen Jahren bewährte IPDET-Kurs konnte somit erfolgreich modernisiert und den neuen Anforderungen angepasst werden. Es ist geplant, diese Basis durch Internetangebote und eine tutorielle Nachbetreuung zu erweitern und IPDET so noch attraktiver zu gestalten.

                   

Die zwanzig Workshops zu so unterschiedlichen Themen wie Qualitative Datenerhebungsmethoden, Evaluation in der UN, Evaluation im Privatsektor, Partizipatorische Evaluation oder die Nutzung von Evaluationsergebnissen in der Politik waren gut besucht und bildeten einen breiten Überblick zum weltweiten Einsatz von Evaluationen und ihren theoretischen wie methodischen Grundlagen. Durch die Neukonzipierung des Einführungskurses wurden nun einige Kurse als Ergänzungskurse zum Grundlagenprogramm der ersten Woche angeboten. Hierdurch wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine flexiblere und ihren eigenen Bedürfnissen angepasste Gestaltung ihres Kursprogramms ermöglicht. Dies wird insbesondere den abweichenden Anforderungen der hauptsächlich mit der Vergabe von Evaluationen in transnationalen und nationalen Organisationen betrauten Personen besser gerecht, denen mittlerweile ebenfalls ein attraktives Trainingsprogramm angeboten werden kann. Hierzu trug auch das CEval mit zwei sehr positiv hervorgehobenen Kursen bei („Evaluation for Middle and Upper Management“ sowie „Monitoring and Evaluating the SDGs“).

Für 2020 sind die nächsten wichtigen Schritte zur Erneuerung des IPDET-Programms geplant: die Dezentralisierung des Kursprogramms in Länder der südlichen Hemisphäre. Hier laufen derzeit Verhandlungen mit den CLEAR-Zentren und einigen Hochschulen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die im nächsten Jahr zu ersten Angeboten führen sollen. Das CEval erarbeitet hierzu in Kooperation mit Partnern des IPDET-Konsortiums und der Weltbank ein geeignetes Konzept, welches mit den Kursen in Bern eng verbunden sein soll und diese inhaltlich sowie um andere Zielgruppen ergänzt.


26.07.2019

CEval GmbH begleitet Pilotprojekt des DFB in der 2. Fußball-Bundesliga

Mit der Paarung VfB Stuttgart gegen Hannover 96 startet die 2. Bundesliga am 26. Juli in die neue Saison. Zeitgleich beginnt ein Pilotprojekt, das zu einem besseren Verständnis zwischen Fans und Sicherheitskräften führen soll. Hannover ist einer von sieben Standorten in der 2. Bundesliga für das über die Mittel der Daniel-Nivel-Stiftung finanzierte Pilotprojekt zur Aufarbeitung von Konflikten nach Spieltagen. Als weitere Standorte nehmen Fürth, Hamburg, Heidenheim, Karlsruhe, Osnabrück und Wehen Wiesbaden am Pilotprojekt teil. Die Pilotphase erstreckt sich über die gesamte Hinrunde der Saison 2019/2020.

„Wir wollen den Dialog fördern und damit einen Beitrag zu einem größeren Verständnis insbesondere zwischen Fans und Sicherheitskräften leisten“, sagt DFB-Abteilungsleiterin Stefanie Schulte. „Im Falle einer erfolgreichen Erprobung werden wir die Möglichkeiten einer Umsetzung in den ersten drei Fußball-Ligen mit allen Beteiligten prüfen.“

 

(Bild: gettyimages)

 

Über einen Online-Fragebogen erhalten Fans jeweils bis zu drei Tage nach einem Spiel die Möglichkeit, ihre positiven wie auch negativen Eindrücke vom Spieltag zu schildern. Ergänzend werden die Spieltagsreflexionen u.a. der Polizei, der Funktionsträger des Klubs, des Sicherheitsdienstes und des Fanprojekts gesammelt. Aus der Gesamtheit dieser Rückmeldungen sollen Konflikte identifiziert und auf diese Weise der Bedarf nach einem moderierten Austausch der beteiligten Konfliktparteien ermittelt werden. Der jeweilige Projektkoordinator entscheidet anhand definierter Kriterien, ob eine vertiefende Spieltagsnachbereitung erforderlich ist. Ziel ist die Schaffung eines gegenseitigen Verständnisses durch die Aufarbeitung der Konfliktsituation. Im Idealfall können mit der Beteiligung von Fans einvernehmliche Lösungen für die Zukunft erarbeitet werden.

Der DFB hat die CEval GmbH mit der wissenschaftlichen Begleitung und Durchführung des Projektes beauftragt. Die Aufgaben der CEval GmbH reichen von der Konzeption des Projektes (Ablauf der Nachbereitung, Auswahl von Pilotstandorten, etc.) über die Entwicklung geeigneter Instrumente zur Fanbefragung und Formate zur Spieltagsnachbereitung bis zur Unterstützung der Akteure bei der praktischen Durchführung und Moderation der Nachbereitung. Dabei werden unterschiedliche Abläufe und Formate zur Spieltagsnachbereitung getestet, um im Anschluss an die Pilotphase ein anwendungsfähiges Konzept vorlegen zu können.


04.07.2019

Auftakt des Forschungsprojets "efach"

Mit dem Forschungsprojekt "Faktoren für eine erfolgreiche Berufsbildungszusammenarbeit mit der Volksrepublik China" (efach) soll eine lange bestehende Lücke der Berufsbildungsforschung geschlossen werden. Es soll ersmtals untersucht werden, ob in bisherigen Forschungsarbeiten identifizierte und zu einem Schlüsselgrößenmodell zusammengeführte Erfolgsfaktoren internationaler Berufsbildungskooperationen auch für Kooperationen außerhalb der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit im privatwirtschaftlichen Bereich und in China gelten.

Das vom BMBF finanzierte Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt (April 2019 bis März 2022) und wird vom Lehrstuhl für Soziologie / Centrum für Evaluation (CEval) an der Universität des Saarlandes in Kooperation mit dem Central Institute for Vocational & Technical Education(CIVTE, Peking) und dem Chinesisch-Deutschen Institut für Berufsbildung der Tongji-Universität (CDIBB, Shanghai) durchgeführt.

Im Rahmen des Auftaktworkshops (17.06.-21.06.2019) wurden Projektziele, theoretische Überlegungen, der aktuelle Forschungsstand und zahlreiche Fragen der Projektplanung erörtert.

  

 

Einen beeindruckenden Abschluss fand das von großer chinesischer Gastfreundschaft geprägte erste persönliche Zusammentreffen aller Beteiligten mit einer Bootsfahrt auf dem Huangpu River durch das Stadtzentrum Shanghais.

 

 

 


17.04.2019

Ergebnisse des europäischen Evaluation Globe in Italien vorgestellt

Auf Einladung des italienischen Evaluationsverbandes Associazione Italiana di Valutazione (AIV) hielt Prof. Dr. Reinhard Stockmann am 3. April 2019 während des XXII. Nationalkongresses einen Vortrag zur "Institutionalization of Evaluation in Europe".

Er stellte Ergebnisse des Forschungsprojekts "Evaluation Globe" vor, das sich zum Ziel gesetzt hat, für alle relevanten Länder weltweit den Stand der Institutionalisierung der Evaluation im politischen, sozialen und Professionalisierungssystem zu erfassen. Der Europaband, der Ende des Jahres im Verlag Macmillan erscheinen wird, enthält 16 Länderfallstudien, ein Europakapitel und eine Synthese. Diese zeigt, dass bei allen regionalen, kulturellen, politischen und sozialen Unterschieden der untersuchten Länder die Verwaltungsmodernisierungen, im Gefolge von New Public Management-Konzepten und den Vorgaben der EU, vor allem bei der Vergabe von Finanzmitteln aus dem Strukturfonds, die dominierenden "driving forces" waren, die die Institutionalisierung der Evaluation in den untersuchten Ländern vorangetrieben haben.


07.12.2018

Tagung: Evaluation und Wirkungsforschung

CEval organisiert mit BIBB Berufsbildungskonferenz

Zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat das CEval im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) eine Tagung zum Thema "Evaluation und Wirkungsforschung in der Berufsbildung" ausgerichtet. Ein Thema, das in dem interdisziplinär aufgestellten Forschungsfeld seit jeher einen hohen Stellenwert einnimmt. Dementsprechend groß war auch das Interesse an der Tagung, die vom 29. bis 30. November 2018 im Wissenschaftszentrum Bonn stattfand. Das CEval war nicht nur an der Konzeption der Tagung beteiligt, sondern brachte sich auch mit einer Reihe von Vorträgen ein.

Professor Dr. Reinhard Stockmann stellte in seiner Keynote die von ihm entwickelte „Systematic Evaluation Analysis (SEA)" als Instrument der Wirkungsevaluation vor. Bei diesem Ansatz werden Elemente der Metaevaluation, der Metaanalyse und des Systematic Reviews miteinander kombiniert. Ziel war es, die Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die für die Effektivität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Berufsbildungsprojekten verantwortlich sind. Hierfür wurden über 80 Projekte und Programme der Berufsbildungszusammenarbeit ausgewertet, die vom CEval in den Jahren 1992  bis 2017 evaluiert worden waren. Während in den einzelnen Evaluationen vor allem Wert auf die interne Validität der Ergebnisse gelegt wurde, strebt die Systematic Evaluation Analysis (SEA) vor allem eine hohe externe Validität an. Inhaltliche Ergebnisse werden nach ausgewählten Kriterien synthetisiert, strukturiert, klassifiziert und subsumiert, um kumulierte Befunde zu generieren, die Generalisierungen zulassen. Auf diese Weise wurden die in einzelnen Projekt- und Programmevaluationen ermittelten Erfolgsgrößen auf vier Kerngrößen verdichtet, die sich drei Clustern zuweisen lassen (vgl. Abbildung 1):

  1. Systembezogene Erfolgsfaktoren: vor allem Systemkompatibilität,
  2. Design- und umsetzungsbezogene Einflussfaktoren: vor allem: flexible Steuerung,
  3. Institutionenbezogene Erfolgsfaktoren: vor allem Personal und Ownership.

Abbildung 1: Modell der Schlüsselgrößen nachhaltiger BBZ

Da diese drei "Erfolgscluster" aus rund 80 Einzelevaluationen von Projekten und Programmen aus den letzten 40 Jahren herausdestilliert wurden, die einem großen konzeptionellen Wandel unterlagen und in den verschiedensten sozio-kulturellen Kontexten und politischen Systemen durchgeführt wurden, darf vermutet werden, dass diese „Erfolgsfaktoren“ eine hohe zeitliche und regionale Stabilität aufweisen.

Weitere Beiträge des CEval waren die Vorträge von Dr. Stefan Silvestrini zu „Ex-ante Evaluation" sowie zur „Meta-Evaluation in der Beruflichen Bildung“. Dr. habil Wolfgang Meyer stellte in seinem Vortrag: „Langzeitwirkung durch Langzeitbetreuung?“ das (Quasi-) experimentelle Design zur Wirkungsbeurteilung in der Berufsbildungsforschung infrage.

Die Tagung schloss mit einem Panel zu der Frage: Wie muss sich die Evaluation und Wirkungsforschung in der Berufsbildung weiter entwickeln?